Mammographie

 

Methode

Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung des Brustgewebes der Frau (selten auch des Mannes). Die Aufnahmen werden jeweils in 2 Ebenen pro Brust angefertigt. Die Brust wird hierzu von oben nach unten und schräg zwischen den Röntgenstrahler, ein Kompressorium und die Filmplatte eingelegt und leicht komprimiert. Damit soll die Qualität der Aufnahme (durch Erhöhung der Abbildungsschärfe) verbessert und die Strahlendosis gesenkt werden.


Für Frauen, deren Brust zwischen dem Eisprung und Einsetzen der Regelblutung erhöht schmerzempfindlich ist, empfiehlt sich daher die Durchführung der Mammographie zwischen dem 5. Und 10 Zyklustag. Mit dieser zeitlichen Planung kann darüber hinaus eine Röntgenaufnahme während einer noch nicht bekannten Frühschwangerschaft verhindert werden.
Das von uns benutzte Aufnahmegerät verfügt über Vorrichtungen, mit deren Hilfe die individuell notwendige Strahlungsmenge exakt bestimmt werden kann. Damit ist gewährleistet, dass nur die dem Brustgewebe angepasste Strahlendosis eingesetzt wird. Außerdem werden Medien (sog. Film-/Foliensysteme und Streustrahlenraster) verwendet, die die Strahlungswirkung so verstärken, dass die Strahlendosis zusätzlich verringert werden kann. Das Mammographiegerät wird 1 x pro Jahr durch eine unabhängige zertifizierte Prüfstelle beurteilt, um unseren Patienten bei hoher Bildqualität stets eine geringe Strahlenbelastung zu garantieren.

Hauptziel der Untersuchung ist es, gutartige von bösartigen Veränderungen zu unterscheiden. Die Auswertung und Beurteilung der Mammographiebilder durch den Arzt erfordert spezielle Kenntnisse und ausreichende Erfahrung.

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Anwendung

Die Mammografie wird hauptsächlich bei unklarem Tastbefund (z. B. Knoten) oder unklaren Beschwerden (z. B. anhaltende Schmerzen) eingesetzt. Sollte in der Familie gehäuft Brustkrebs aufgetreten sein (familiäre Belastung), ist dies ebenfalls ein wichtiger Grund, die Untersuchung durchzuführen. Nach den derzeitigen internationalen Leitlinien empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Ab dem vierzigsten Lebensjahr sollte zumindest alle 2 Jahre eine Mammographie durchgeführt werden
  • Zwischen dem dreißigsten und vierzigsten Lebensjahr muss individuell entschieden werden
  • Bei Patientinnen unter 30 Jahren sollte dem Ultraschall der Vorzug gegeben werden

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Vorsorge

Brustkrebs ist mit etwa 45 000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung und mit 18 000 Todesfällen die häufigste Krebstodesursache bei Frauen in Deutschland. Gesicherter Risikofaktor ist eine Brustkrebserkrankung bei Verwandten 1. Ordnung, also Mutter oder Schwester.
Internationale Studien zeigen, dass die Brustkrebssterblichkeit durch Vorsorgemammographien um mindesten 30 % gesenkt werden kann. Außerdem kann bei frühzeitiger Entdeckung kleiner Tumoren heute oft auf die Amputation der Brust verzichtet und ein besseres kosmetisches Ergebnis erzielt werden.
Bei manchen Frauen reicht allerdings die Mammographie alleine nicht aus, um das Brustgewebe ausreichend zu beurteilen. In diesen Fällen kommt ergänzend die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) zum Einsatz und in Ausnahmen auch eine Kernspintomographie der Brust (sog. MR-Mammographie).

Mammographie als Kassenleistung

Die MR-Mammographie in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Von den Privatkassen werden in der Regel alle Indikationen anerkannt und die Kosten voll übernommen.
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Gründe, die Untersuchung nicht durchzuführen

Prinzipiell kann die Untersuchung bei jeder Patientin durchgeführt werden.

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Mögliche Begleiterscheinungen

Bei moderner Geräteausstattung und richtig angewandter Untersuchungstechnik ist die Strahlenbelastung minimal.
Die statistische Wahrscheinlichkeit durch eine Mammographie selbst einen Brustkrebs auszulösen, ist so gering, wie das Risiko, durch Rauchen von drei Zigaretten im Leben an Lungenkrebs zu erkranken.

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Patientenvorbereitung

Eine besondere Vorbereitung ist nicht notwendig. Wegen hormoneller Schwankungen der Drüsenkörperdichte sollte die Untersuchung möglichst zwischen dem 5. und 12. Tag der Periode erfolgen.

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Voruntersuchung

Spezielle Voruntersuchungen sind nicht erforderlich. Falls es sich bereits um eine Kontrolle handelt, sollten die Aufnahmen von Voruntersuchungen dem Arzt zum Vergleich vorliegen. Besonders bei schwierig zu beurteilenden Fällen kann dies die Auswertung der neuen Mammographiebilder erleichtern und absichern.

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Dauer

Die Anfertigung der Röntgenaufnahme dauert nur wenige Minuten. Danach erfolgt falls erforderlich noch eine Untersuchung durch den Arzt. Hierbei wird in erster Linie die Brust auf etwaige Knoten und die Achselhöhle auf vergrößerte Lymphknoten abgetastet. Auch auffällige Hautveränderungen können dabei festgestellt werden.

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Ergänzungsuntersuchungen

Die Mammographie stellte eine sehr aussagekräftige Untersuchung dar, kann in einzelnen Fällen jedoch Fragen offen lassen, die eine weitere Abklärung durch andere Untersuchungen erforderlich macht. Hierzu gehört in erster Linie die Sonographie (Ultraschall), die Kernspintomographie (MRT) und in seltenen Fällen Galaktographie (Röntgenaufnahme der Milchgänge nach Einspritzung eines Kontrastmittels).

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Nachsorge

Eine spezielle Nachsorge ist nicht erforderlich.

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MR-Mammographie

Technik

Unter der MR-Mammographie versteht man die Anwendung kernspintomographischer Techniken (siehe Kernspintomographie) zur Untersuchung der Brust. Bei dieser Untersuchung liegt die Patientin auf dem Bauch, wobei die Brust schmerzfrei in einer speziellen Brust-Spule gelagert wird. Mit dieser Spule werden die erzeugten Signale empfangen und anschließend dem Computer zur Errechnung der Bilder zugeführt. Während der Untersuchung wird über eine Armvene Kontrastmittel injiziert. Aus der Dynamik der Kontrastmittelanreicherung im Brustdrüsengewebe lassen sich wichtige Rückschlüsse auf die Art des Gewebes (bösartig oder gutartig) ziehen. Auch die Form und das Signalverhalten einer Gewebeveränderung liefern Hinweise, ob ein gutartiger oder bösartiger Prozess vorliegt.

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Anwendung

Die MR-Mammographie kommt selten als primäres Diagnoseverfahren zum Einsatz, sondern erst, wenn mit Mammographie oder Sonographie keine eindeutige Klärung möglich ist. Dies kann der Fall sein, wenn das Brustdrüsengewebe noch sehr dicht ist oder wenn nach einer brusterhaltenden Operation und Bestrahlung ausgeprägte Narbenbildungen vorliegen. Auch zum Nachweis oder Ausschluss eines Zweittumors bei bereits nachgewiesenem Karzinom und geplanter brusterhaltender Therapie kann die ergänzende MR-Mammographie sinnvoll sein, ebenso zur Überprüfung von Silikonprothesen nach plastischer Chirurgie.

MR-Mammographie als Kassenleistung

Die MR-Mammographie in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Von den Privatkassen werden in der Regel alle Indikationen anerkannt und die Kosten voll übernommen.

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